Steffen Marx vom Giesinger Bräu startet Bürgerbegehren Zulassung Ausschank Oktoberfest

Paukenschlag bei der Eröffnung des Starkbierfestes im Festzelt vom Giesinger Bräu: Brauereichef Steffen Marx startet ein Bürgerbegehren für die Zulassung des Festbieres der jungen Münchner Privatbrauerei auf dem Oktoberfest.

Eine weitere Offensive, um sein Bier auf dem Oktoberfest ausschenken zu dürfen, startet der Giesinger Bräu überraschend beim Anstich zum Starkbierfest im Festzelt vom Werk 2 am 19. Februar 2026. Unter dem großen Jubel der Festgäste kündigt Gründer und Brauereichef Steffen Marx den Start für die Durchführung eines Bürgerbegehrens in München an.

Die Fragestellung an die Münchner Bürgerinnen und Bürger lautet: „Bist du dafür, dass die Landeshauptstadt München ab 2027 auch den Ausschank von Bier der Brauerei Giesinger Bräu auf dem Münchner Oktoberfest erlaubt?“ Drei Prozent der Wahlberechtigten in München müssen unterschreiben, damit das Begehren die Hürde nimmt, um in einen Bürgerentscheid zu münden. Etwa 33.000 gültige Unterschriften müssen dafür zusammenkommen, um das Quorum  zu erreichen. 

Ziel: Ausschank von Giesinger Bier auf der Wiesn

Der Giesinger Bräu begründet seinen Vorstoß damit, dass die wesentlichen Kriterien der Betriebsvorschriften für die Zulassung einer Münchner Brauerei das Oktoberfest erfüllt: Es wird nur „Münchner Bier“ ausgeschenkt – gebraut innerhalb der Stadtgrenzen, nach dem Münchner Reinheitsgebot von 1487 und mit Münchner Quellwasser aus eigenem Tiefbrunnen. Mit dem Tiefbrunnen im Werk2 und der EU-geschützten geografischen Angabe „Münchner Bier“ seit 2021 sieht sich der Giesinger Bräu formal auf Augenhöhe.

In den Betriebsvorschriften in Paragraf 51 werden die sechs zugelassenen Münchner „leistungsfähigen und bewährten Traditionsbrauereien“ explizit genannt: „…das sind derzeit Augustinerbrauerei, Hacker-Pschorr-Brauerei,  Löwenbrauerei, Paulanerbrauerei, Spatenbrauerei und Staatliches Hofbräuhaus“.  Das Ziel ist, dass der Giesinger Bräu ebenfalls die Genehmigung für den Ausschank auf dem Oktoberfest erhält. Dabei geht es nicht um ein eigenes Brauerei-Festzelt. Über die mögliche Kooperation mit Wiesnwirten soll später entschieden werden.   

Verhaltene Reaktion der Stadt auf Bürgerbegehren

Wirtschaftsreferent und Wiesnchef Christian Scharpf ist durchaus der Meinung, dass durch das Wort „derzeit“ in den Vorschriften die Beschränkung auf die sechs Großbrauereien nicht für alle Zukunft festgeschrieben ist. Er kritisiert aber, dass sich der Giesinger Bräu bislang bei der Stadt noch nie für die Zulassung des Bieres auf dem Oktoberfest beworben habe. Die Stadt würde es auch gerne sehen, dass die Brauerei auf kleineren Volksfesten Erfahrung sammeln würde und dort ihre Leistungsfähigkeit nachweist. 

Steffen Marx betont die Leistungsfähigkeit

Marx kontert, man habe schon einige große Feste in der Stadt beliefert. Das beste Beispiel für die Leistungsfähigkeit sei aber das Starkbierfest im Festzelt vom Giesinger Bräu, das heuer bereits zum zweiten Mal mit großem Erfolg statt findet. Der Brauereichef kündigte außerdem an, dass der Festzeltbetrieb mit dem Prädikat „Ausgezeichnetes Bayerisches Festzelt“ des Bayerischen Ernährungsministeriums ausgezeichnet wurde. Damit reihe man sich in die Reihen der 15 großen und kleinen Wiesnwirten ein, die dieses Qualitätssiegel ebenfalls erhalten haben. 

Angezapft hat das Starkbierfest heuer Ex-Wiesnchef und CSU-Oberbürgermeisterkandidat Clemens Baumgärtner. In seiner Rede hat auch er darauf verwiesen, dass sich der Giesinger Bräu bislang noch nie um eine Ausschankgenehmigung auf der Wiesn beworben hat. „Ohne Bewerbung, keinen Bescheid“, sagt er. Er hielt sich aber bedeckt, wie sich die CSU zu dem Thema positioniert: „Schau mer mal, wir werden sehen.“

OB-Kandidat Baumgärtner unterschreibt Bürgerbegehren

Wenig später kam dann der Paukenschlag von Marx mit der Ankündigung des Bürgerbegehrens. Er hat Clemens Baumgärtner sowie den Grüne-Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, Sebastian Weisenburger, und SPD-Stadtrat Lars Mentrup aufgefordert, sich als Erste in die Unterschriftenliste für das Bürgerbegehren einzutragen. Baumgärtner hat es dann , ebenso wie die beiden anderen Stadträte, unterschrieben. Womit der CSU-OB-Kandidat dann doch noch ein klares Bekenntnis für den Ausschank von Bier vom Giesinger Bräu auf dem Oktoberfest dokumentiert hat. 

Die Unterschriftenlisten für das Bürgerbegehren können online unter www.giesinger-braeu.de heruntergeladen werden. Zudem liegen die Listen zum Eintragen an den Verkaufsrampen beim Giesinger Bräu in Giesing und im Werk2, in den Stehausschänken Augustenstraße und Oberländer Straße, im Bräustüberl in der Martin-Luther-Straße 2 und im Werk2 in der Detmoldstraße aus. Die ausgefüllten Listen können auch dort wieder abgegeben werden.

Ergebnisse beim Jubiläum 20 Jahre Giesinger Bräu

35.000 bis 40.000 Unterschriften will der Giesinger Bräu sammeln, um sicher zu gehen, dass genügend gültige Unterschriften ausschließlich von Wahlberechtigten aus München vorliegen. Folgende Daten müssen eingetragen werden, wer für das Bürgerbegehren ist: Vorname, Nachname, Wohnort (München!), Adresse, Geburtsdatum und Unterschrift. Das Wahlamt in München gleicht diese Einträge dann mit dem Wählerverzeichnis ab. Ob genügend Stimmen gesammelt wurden, soll bei der Geburtstagsparty zum Jubiläum 20 Jahre Giesinger Bräu im Werk2 am 24. Juli 2026 verkündet werden. 

Bericht über den Anstich Starkbierfest 2026 mit Fotostrecke