Überfüllung Oktoberfest

Am vergangenen Samstag kam es in der Wirtsbudenstraße auf dem Oktoberfest wegen Überfüllung zu panikartigen Situationen. Jetzt hat die Stadt München ein Konzept vorgestellt, damit so etwas nicht mehr passieren kann. 

Mit einem Sommergewitter, das schnell wieder vorbei war, verglich der neue Wiesnchef Dr. Christian Scharpf verharmlosend auf der Halbzeit-Pressekonferenz die brenzlige Situation am Samstag in der Wirtsbudenstraße. Die Gäste hatten innerhalb von kürzester Zeit auf Höhe von Augustiner- und Hackerzelt, Schottenhamel und Bräurosl Menschentrauben gebildet, in denen es kein Vor und Zurück gab. Es fehlte nur noch ein Funke, der zu einer Massenpanik hätte führen können. 

Maßnahmenpaket bei Überfüllung erarbeitet

„‚Wir haben Glück gehabt, dass niemand zu Schaden gekommen ist“, äußert sich wesentlich realistischer Oberbürgermeister Dieter Reiter. In einem Instagram-Reel entschuldigt er sich bei den Personen und Familien mit Kindern, welche in diese beängstigende Situation geraten sind. Mit allen beteiligten Behörden wurde seit dem Samstagabend ein Maßnahmenpaket erarbeitet, damit sich am besucherstarken letzten Wochenende ein solches Chaos nicht mehr wiederholt. 

Vorgestellt hat das Konzept Wiesnchef Scharpf in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Dienstag. Einer der Auslöser der Menschenansammlungen waren die vielen Gäste die vor den Haupteingängen der Festzelte anstanden, um in die bereits wegen Überfüllung geschlossenen Zelte zu gelangen. „Es hat sich eine dringender Nachbesserungbedarf bei der frühzeitigen Erkennung solcher möglicher Gefahrensituationen ergeben“, so Scharpf.

Koordinierung und Information verbessern

Das ist das Fünfpunkteprogramm der kurzfristigen Maßnahmen, die rechtzeitig vor dem Final-Wochenende mit dem Feiertag umgesetzt werden:

  1. An den besucherstarken Tagen ab Donnerstag wird ein spezielles Team zur Beobachtung und Analyse der Menschenmenge eingesetzt. „So sehen wir frühzeitiger, wenn sich an bestimmten Orten etwas zusammenbraut.“, so Scharpf. 
  2. Mehrsprachige Lautsprecherdurchsagen spielen zur Lenkung der Besucherströme eine Schlüsselrolle. Für die mehrsprachigen Lautsprecherdurchsagen setzt die Stadt ab Donnerstag eigens geschulte Sprecher ein, die Zugang zu den verschiedenen Livecams haben und direkt an die Festleitung angebunden sind. 
  3. Das Beobachtungsmanagement im Servicezentrum im Zusammenspiel der verschiedenen Behörden wird optimiert. Dazu wird ein gemeinsamer Beobachtungsraum geschaffen, in dem die Zusammenarbeit verzahnt wird.
  4. Die Festzelte werden noch mehr eingebunden. „Eine frühzeitige Versorgung mit Informationen, die diese an ihre Gäste und Mitarbeiter weitergeben können, kann auch zu einer verbesserten Sicherheit beitragen.“, erläutert der Wiesnchef.
  5. Es wird eine Echtzeitmessung der Besucherströme eingeführt. Bislang werden die Zahlen nur hinterher in der Auswertung der Mobilfunkdaten festgestellt. „Wir müssen in Echtzeit wissen, wie viele Menschen auf dem Gelände sind und nicht bloß aufgrund von Schätzungen. Dann können wir die aktuelle Situation auf dem Gelände auch frühzeitiger nach außen kommunizieren.“, sagt Scharpf.

Außerdem wird die Polizei die Präsenz beim Wiesnfinale noch einmal verstärken. Die Festleitung wird über die sozialen Medien verstärkt darauf hinweisen, dass es für Donnerstag, Freitag und Samstag ohne Reservierung keine Plätze in den Zelten gibt, sondern nur mehr in den Biergärten, den Betrieben in der Schaustellerstraße und auf der Oidn Wiesn.